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   Autor  Thema: Wie seid Ihr als Spielleiter? (Gelesen 10369 mal)
Mestoph
Gast
Wie seid Ihr als Spielleiter?
« am: Montag 26 Mai 2003, 11:54 » Antwort mit Zitat

Naja, das Topic sagt es ja schon aus:

Hier soll jeder gelegenheit finden seine Art und seine Methoden zu beschreiben, wie er als Spielleiter arbeitet.
Nicht, um Streit über die beste Art und Weise auszulösen, denn für verschiedene Gruppen können ja unterschiedliche Ansätze die jeweils optimale Lösung sein, sondern um vergleichen und sich vielleicht auch mal etwas abgucken zu können.

Diskussionen oder Bewertungen bitte in einem alternativen Thread.
Hier soll erst einmal jeder die Möglichkeit bekommen, seine Art zu spielleitern, unkommentiert darzustellen.

Also los geht es!
« Letzte Änderung: Montag 26 Mai 2003, 11:58 von Mestoph » Gespeichert
Mestoph
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #1 am: Montag 26 Mai 2003, 11:54 » Antwort mit Zitat

Grundsätzlich bedarf Rollenspiel eines Konsenz' in der Runde, also Einigkeit, wie man spielen möchte. Dies ist meist ein Kompromiss über eine Schnittmenge der einzelnen Erwartungen und Vorstellungen und der Tolerierbarkeit der jeweiligen gegenüberliegenden Erwartung.
Dieser Konsenz herrscht bei uns [inzwischen]. (Diese Runde spielt seit Jahren zusammen. Einige Spieler spielen bereits seit 1985 in dieser Runde...)

Ich bin als Spielleiter meist eher autoritär, versuche aber, die individuellen Erwartungen der Spieler zu erfüllen. Wo das nicht geht, versuche ich den "realisierbaren Kompromiss" zu erfüllen.
Diskussionen über Spielleiterentscheidungen finden bei mir während des Spiels nicht statt. Diskussionen werden bei uns grundsätzlich nach dem eigentlichen Rollenspiel abgehandelt.
Als Spielleiter sehe ich mich als "Dienstleister", der seinen Spielern etwas "bieten" muss. Meine Runde ist eine, die sich ihren Alltags-Stress gerne im Rollenspiel austobt. Daher besitzt der Unterhaltungswert einen höheren Stellenwert, als zwanghafter Realismus oder schauspielerische Qualitäten.
Trotzdem legen wir auf direkte Rede im Game und nichtabweichen zu OffTopic großen Wert.

Meine Abenteuerkonzepte arbeiten nach dem "Teile und Herrsche" - Prinzip.
Ich teile einen Abend in verschiedene zeitliche Bestandteile auf und passe mein Abenteuer in die verschiedenen Phasen an.

Meine Abenteuer sehen meist so aus, dass ich mir eine grobes Konzept ausdenke (z.B. Gruppe muss entführten Wissenschaftler befreien [Das Beispiel wird unten noch näher aufgeführt]).
Danach Überlege ich mir den Einstieg (Gruppe wird von Connection angeheuert).
Dann passe ich das Abenteuer in mein Zeitdiagramm ein (das ich für meine Runde angefertigt habe).
Das Zeitdiagramm legt zu ungefähr bestimmten Zeiten bestimmte Ereignisse oder Situationen fest.
Dann lege ich das Casting fest, also die NSC's die im Abenteuer auftauchen. Diese werden mit groben Spielwerten und Charakterisierung festgehalten.

Meine NSC's sind wie folgt strukturiert:
Nebenrollen haben eine starke Klischee-orientierung, sind also typische und einfache Rollen. Sie haben nur meist ein bis zwei prägnante Merkmale, um sie zu identifizieren (Spieler vergessen doch immer Namen, aber jeder wird sich an den lispelnden Ork mit der Schweinsnase erinnern).
Hauptrollen haben komplexere Charakterisierungen und mehr Hintergrund. Allerdings erfahren die Spieler auch erst nach und nach mehr, da zu viel auf einmal meist eher negativ wirkt.
"Gefährliche" Gegner erscheinen bei mir erstmal "formlos", da dies meist gefährlich wirkt, weil die SC's dann nicht wissen, wie man den NSC einschätzen soll oder wie man ihm beikommen kann...
Ansonsten vertraue ich meist der Möglichkeit mit Klischees zu arbeiten, da dies vertraute Elemente ins Spiel bringt, mit denen die Spieler umgehen können).



Beispiel:
Im Prolog wird besprochen, was während des Zeitsprunges (bis Abenteuerbeginn) sich ereignet hat (Hintergrundwelt), wo die Charaktere sind und wie sie ins Abenteuer reinkommen. Ein Auftragsabenteuer ist da entsprechend einfach. Ein entführter Wissenschaftler soll befreit werden. Auftraggeber ist der ehemalige Arbeitgeber.
Im Teaser wird dann eine kurze Actionsequenz eingebaut um die Leute ins Spiel zu kriegen [meine Spieler sind nach dem Essen immer etwas träge].
Im Haupteil 1 beginnen die Charaktere mit den Nachforschungen, wo die Entfürung stattfand und wo der Wissenschaftler festgehalten wird. In diesem Teil soll es den Charakteren leichtfallen.
Intermezzo: Eine Actionsequenz, die den Verlauf des Abenteuer wendet und möglichst ein Zeitlimit für die weitere Entwicklung setzt.
Dadurch wird die Haupthandlung unterbrochen und aufgelockert und das Tempo weiter angezogen.
Wenn man das Intermezzo weglässt wird oft das Abenteuer zu langweilig und verkommt zu einer reinen Datensuche. (muss aber nicht immer so sein)
In meinem Abenteuer sollen die Charaktere den Wissenschaftler schnell finden und befreienen. Das Problem stellt sich dann nach der Befreiung: Die Entführer halten natürlich auch die Familie (an einem zweiten Ort) fest (um den Wissenschaftler zur Kooperation zu zwingen). Jetzt gilt es die Geiseln zu befreien, bevor die Entführer von der Befreiung des Wissenschaftlers erfahren.
Hauptteil 2 -Fortsetzung der Handlung: Wissenschaftler in Sicherheit bringen und Herausfinden, wo die restlichen Geiseln sind.
Showdown: Eine Actionsequenz, die das Finale einleitet. Ab hier wirds "ernst"... Das kann eine Verfolgungsjagd zum Ort des Finale stattfinden, oder das erste Gefecht am "Eingang der Höhle des Löwen". Dadurch werden die Spieler erstmal aufgeweckt und wissen: Jetzt gehts los...
Finale - der eigentliche Höhepunkt im Abenteuer: Befreiung der Geiseln, Stellen des Oberbösen, Entschärfen der Bombe, etc.
Afterlog- Auslaufen des Abenteuers:
Familienwiedervereinigung (in meinem Beispiel), Bezahlung, Belohnung, was passiert als nächstes, Pläne der Charaktere, Erfahrungspunkte, etc. Hier läuft das Abenteuer aus, und wir kommen langsam zum "off-Topic" im Spiel. Der Afterlog ist nicht unwichtig. Nach einem Spannenden Finale brauchen die Spieler erstmal Zeit um das Adrenalin runterzufahren.
(Ausnahme: Bei Horrorabenteuer würde ich das Afterlog skippen und sie sofort auf die Strasse setzen. Mit hohem Adrenalinpegel nachts mit dem Rad durch den Wald, das prägt... Dann erinnert man sich noch lang an diesen Abend)

Anmerkung: Dieser Rahmen darf natürlich nicht starr sein.
Wenn man merkt, dass die Spieler Spaß an einer Sequenz (Beispielsweise Hauptteil 1 - Weil die Gruppe eben gerne erst mal die Rollen ausspielt) haben, schiebt sich der restliche Teil nach hinten.
Keinesfalls die Zeit aus anderen Sequenzen borgen.
Wenn eine Sequenz zu schnell zu Ende ist, keine Füller einbauen. Meistens reguliert sich das dahingehend, dass
andere Sequenzen länger dauern als erwartet.
Sequenzen nicht zu komplex gestalten. Sequenzen dauern immer (!!!) länger als erwartet! Man glaubt nicht mit welchem Unfug Spieler sich stundenlang beschäftigen können.

Ursprünglich hatte ich dieses Sequenzkonzept für Cons (die ja eine Deadline haben) eingesetzt aber es passt auch sehr gut in die wöchentliche Spielesitzung. Für längere Abenteuer nehme ich das gleiche Konzept und baue eben ein Zwischen-Ziel ein, das im Finale des ersten Teils erreicht wird.

Bisher habe ich mit diesem System nur gute Erfahrungen gemacht. Ich weiss aber, dass es viele Gruppen gibt, die gerne offenere Systeme nutzen, da dieses Konzept die Spieler auch leicht kontrolliert...
« Letzte Änderung: Montag 26 Mai 2003, 11:55 von Mestoph » Gespeichert
Nephailem
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #2 am: Montag 26 Mai 2003, 12:41 » Antwort mit Zitat

So geplant is das bei uns nich....... also, da ich nich einzelne Abenteuer konzipiere.......
Im moment, hab ich wieder eine Kampagne laufen und halt jede dieser Zitadelle kann bis zu 3 Sitzungen dauern... ich versuch eigentlich immer mal wieder einen kleinen Anreiz der Gruppe zu geben, sollte die Stimmung sich senken, lasse ich etwas passieren... mittlerweile, hab ich diese Irrlichter richtig lieben gelernt, damit lassen sich Gruppen sowas von quälen.... und die gruppe hat trotzdem gute Chancen, da die Viecher nix aushalten.... da können einzelne höherkreisige Zauber auch nicht unbedingt zu stark sein.....

Naja.. wie gesagt, ich versuche eigentlich immer irgend so eine paranoide Stimmung aufrecht zu erhalten... vor allem in Zitadellen und Kaers, vor allem, wenn die überrannt oder verlassen sind.... dadurch entfällt auch sowas wie ein Prolog oder ähnliches bei mir!
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Varagan_ma_Medari
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #3 am: Montag 26 Mai 2003, 23:52 » Antwort mit Zitat

Mestoph ich kann nur eins schreiben. Respekt! Ich hoffe, dass sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, mal mit dir zu spielen. Nach meiner Ansicht unterscheidet uns "lediglich", dass Du scheinbar wirklich alles akribisch ausarbeitest, während ich mir selten überhaupt Notizen mache. Doch vom Aufbau und Verlauf des Plots oder des Abends im allgemeinen gehe ich sehr ähnlich vor. Ich kann dem nichts mehr hinzufügen.

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Jormungand
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #4 am: Montag 26 Mai 2003, 23:53 » Antwort mit Zitat

Da die Gruppe, in der ich meistere, nur etwa alle 2,63 Jahre (grobe Schätzung) spielt, hat sich bis jetzt keine klare Linie herausgebildet. Ich werde trotzdem mal ein paar Dinge nennen, die ich umzusetzen versuche.

Meine Abenteuer sind in der Regel in sich geschlossene Bestandteile großangelegter Kampagnen. Bevor ich ein Abenteuer vorbereite, bringe ich zuerst die Kampagne auf den neuesten Stand, überlege mir also die nächsten Züge aller beteiligten Parteien und gleiche sie mit den Plänen der Charaktere ab. Dazu ist es natürlich erforderlich, die Spieler am Ende jedes Abenteuers zu fragen, was ihre Charaktere zu tun gedenken. Dadurch werden die Spieler aktiver in den Verlauf der Kampagne (und nicht nur der Einzeletappen) involviert und bekommen außerdem die Möglichkeit, die Themen der Einzelabenteuer mitzubestimmen, was ich für sehr produktiv halte.

Das Abenteuer selbst wird von mir in Form eines Abenteuereinstiegs, eines Ziels und einiger Fixpunkte erarbeitet, aus denen ich grob einen idealen Abenteuerablauf konstruiere. Sobald die Spieler vom Idealablauf abkommen (was selbstverständlich immer passiert), improvisiere ich und führe sie, falls noch irgend möglich, zu einem der Fixpunkte. Das sind in der Regel Orte oder Begegnungen, die von mir detailliert ausgearbeitet werden. Zu dieser Ausarbeitung gehören nicht nur Werte, Karten, etc., sondern auch genaue Beschreibungen, die ich z.T. als kurze Texte verfasse und zum entsprechenden Zeitpunkt vorlese. Vor allem zu Städten oder Landschaften, in denen die Charaktere noch nie waren, fertige ich öfters solche Beschreibungen an, um den Orten eine eigene Identität und Atmosphäre zu verleihen.

Mein Verhältnis zu den Spielern ist etwas paradox, da wir auf gewisse Weise gegeneinander arbeiten. Die Spieler wollen in erster Linie Spaß haben, ich dagegen versuche, dem Spiel möglichst viel Handlung, Atmosphäre und Realismus zu verleihen. Oft ergibt sich aber erst aus diesen gegensätzlichen Bemühungen ein produktives Spiel, das anderen Falls in eines der Extreme abdriften würde. Die Spieler sind damit meistens recht zufrieden, soweit ich dem Feedback glauben kann. (Feedback nach der Sitzung einzuholen halte ich ebenfalls für sehr sinnvoll.)

Mehr vielleicht später...
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Mestoph
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #5 am: Dienstag 27 Mai 2003, 11:30 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Varagan_ma_Medari am Montag 26 Mai 2003, 23:52   

Nach meiner Ansicht unterscheidet uns "lediglich", dass Du scheinbar wirklich alles akribisch ausarbeitest, ...
Das stimmt nicht. Ich mache mir ein paar Stichworte zu der Handlung (Was wann passieren soll) und eine Stichwortliste zu den NSC's die im Abenteuer vorkommen.
Den Rest handel ich während des Abenteuers ab.
Zum akribischen Vorbereiten der einzelnen Abenteuer habe ich leider gar keine Zeit.

Das Diagramm beinhaltet auch nicht den Zwang, sich alles vorher auszudenken, sondern nur das Augenmerk auf den zeitlichen Verlauf einer Spielesitzung zu legen. Damit wird Langeweile oder zu lange Informationsrecherchen vermieden.
Was im einzelnen passiert ist doch wieder abhängig von den Spielern. Wichtig ist nur, dass man erkennt, okay, es ist jetzt 22.30, die Spieler versuchen seit 2 Stunden sich die nötigen Infos zu schaffen, es wird also Zeit für ein Intermezzo.
Ich sitze auch nicht mit Stopuhr herum, sondern mache das meistens ziemlich locker.
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Nephailem
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #6 am: Dienstag 27 Mai 2003, 12:17 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Mestoph am Dienstag 27 Mai 2003, 11:30   


Zitat von: Varagan_ma_Medari am Montag 26 Mai 2003, 23:52   

Nach meiner Ansicht unterscheidet uns "lediglich", dass Du scheinbar wirklich alles akribisch ausarbeitest, ...
Das stimmt nicht. Ich mache mir ein paar Stichworte zu der Handlung (Was wann passieren soll) und eine Stichwortliste zu den NSC's die im Abenteuer vorkommen.
Den Rest handel ich während des Abenteuers ab.
Zum akribischen Vorbereiten der einzelnen Abenteuer habe ich leider gar keine Zeit.

Dieses akribische ausarbeiten...... lasst es... ich habs 2 mal probiert....
1) verschätzt man sich damit, wie lange die Spieler an einem Punkt hängen bleiben...
2) Irgendwann machen die Spieler etwas ganz anderes, als geplant war und damit kommt das Zeitfenster wieder aus den Fugen...
3) Es sind oft viele Unvorhersehbare Ereignisse, die die Spieler anstellen...

Ich hatte mal ein Abenteuer wirklich gut durchgeplant.... leider aber kamen die Spieler auf keinen grünen Zweig, weil so eine kleine triviale Annahme den Spielern nicht in den Sinn kam...
naja.... seit dem habe ich mich eigentlich mit total-improvisation durch geschlagen... läuft eigentlich ganz gut.... ok ne Hauptstoryline gibt es in der Kampagne, allerdings die einelnen Abenteuer und auch die Items, denke ich mir erst dann spontan aus, wenn die evtl. gefunden werden können.... Außerdem bei Fadengegenständen, hat man ja noch viel Handlungsspielraum hinterher etwas zu korrigieren...
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Varagan_ma_Medari
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #7 am: Dienstag 27 Mai 2003, 13:01 » Antwort mit Zitat

@ Mestoph:

Achso. Es erschien mir jedenfalls so. Allein schon das Diagram. Ich würd nie auf den Bolzen kommen eines zu erstellen. Wenn Du die Zeit hättest, würdest Du dann "akribische" Ausarbeitungen vornehmen oder weiterhin an der Vorgehensweise festhalten? Ich denke mal, dass Du auch nicht jedes Abenteuer ich sag mal perfekt machst. Es gibt mit Sicherheit einige Szenarios, die dir mehr bedeuten und Du sie daher mit größerem "Eifer" ausarbeitest. Oder?

@ Nephailem:

Mit dem akribischen Ausarbeiten meinte ich eigentlich weniger, dass man sich hinsetzt und den Ablauf des Abends so fest strukturiert, dass man schon beinahe ohne Spieler den Plot durchlaufen lassen kann, vielmehr Dinge wie: Festlegeung der Werte div. Nsc´s, Karten und Bilder Zeichnen usw.
Ich erkenn meine Schergen am Gang, will heißen, dass ich genau weiss, welche Arbeit ich machen muss und welche ich mir sparen kann.
Wenn ich eines vor einem Abenteuer festlege, dann Werte von Orten Gegenständen und Personen, die im künftigen Verlauf weiterhin Bedeutung haben. Dann halt die grobe Rahmenhandlung und mehrere "Auflockerungskapitel". Aber auch nur stichwortartig, wenn überhaupt.
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Nephailem
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #8 am: Dienstag 27 Mai 2003, 19:38 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Varagan_ma_Medari am Dienstag 27 Mai 2003, 13:01   

@ Nephailem:

Mit dem akribischen Ausarbeiten meinte ich eigentlich weniger, dass man sich hinsetzt und den Ablauf des Abends so fest strukturiert, dass man schon beinahe ohne Spieler den Plot durchlaufen lassen kann, vielmehr Dinge wie: Festlegeung der Werte div. Nsc´s, Karten und Bilder Zeichnen usw.
Ich erkenn meine Schergen am Gang, will heißen, dass ich genau weiss, welche Arbeit ich machen muss und welche ich mir sparen kann.
Wenn ich eines vor einem Abenteuer festlege, dann Werte von Orten Gegenständen und Personen, die im künftigen Verlauf weiterhin Bedeutung haben. Dann halt die grobe Rahmenhandlung und mehrere "Auflockerungskapitel". Aber auch nur stichwortartig, wenn überhaupt.

Also sagen wirs so...ich kenn meine Gruppe auch! Und deswegen weiss ich, daß die absoplut unkalkuleirbar sind! Deswegen amche ich mir nur um den Rahmen gedanken und Karten werden natürlich angefertigt.... aber wenn ich keine Karte hab, dann bastel ich mir spontan auch Situationen im Kopf, wo die Chars so alng müssen... Im Endeffekt mach ich mir dann aber noch nen Plan nebenher... und NSCs erschaff ich mir meistens nur mit dem Namen und wie die sich verhalten.... Übrigens sind ein paar Rassisten zur Auflockerung der Stimmung auch ab und zu gut.... wenn unbedingt ein Blutelf einen Obsiläuterer was fragen will...hmmm pech für den Blutelfen.... Aber genauso bastel ich dann Orte, wo z.B. T'Skrnag absolut abgelehnt werden.... halt immer mal auf einen Charakter, den aussondern und gucken, was die Gruppe macht, so schweißt man die Gruppe ganz gut zusammen....
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Ghrik Donnerfels

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Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #9 am: Donnerstag 29 Mai 2003, 15:21 » Antwort mit Zitat

Also das komplette Ausarbeiten von Abenteuern lasse ich inzwischen sein, denn das ging bei mir mal ziemlich in die Hose 
Ich liebe langgeplante Kampagnen mit vielen Einzelabenteuern, die irgendwann zu einem grossen Finale zusammenfinden.
Die Kampagnen sind aber komplett selbst gemacht, ich lasse die offizielle Barsaive-Kampagne weg (Prelude to War etc...)
So dass die Spieler dann sagen : "wow, die xx Jahre haben sich gelohnt". Das soll dann auch immer der Punkt sein, wo die Spieler zufrieden ihre Charaktere zur Seite legen und ihn stolz nicht mehr spielen...

Meine Spieler hier nicht weiterlesen, SPOILER !!!
Mein jetziges Kampangnenziel wird es sein dass der Trollschmied Ketten für den Tod schmieden muss um ihn weiter gefangen zu halten. Falls jemand Infos möchte, einfach mailen 

Mit meiner jetzigen Gruppe bin ich sozusagen noch im Preludium. Da werden die Grundlangen für das Finale schon gelegt. Jedes Abenteuer hinterlässt nur noch mehr ungelösete Fragen, die teilweise auch erst recht spät aufgelöst werden.
Ich hab ein grosses Buch, in welches ich alles reinschreibe um den Überblick (gerade bei Namen  ) zu behalten.
Die Spieler haben bei mir sehr viel Freiraum, ich schreibe mir nur noch Ereignisse auf, die ich unbedingt den Spielern präsentieren will. Alles andere wird improvisiert und auf ihren Aktionen aufgebaut.

Beispiel : Helden reisen duch die Caucaviaberge, rasten dort. Troll sieht sich um und sucht nach Spuren eines Kaers. Ich lasse ihn Mauerreste finden. Sie reisen nach Haven weiter und mehrere Monate später reisen sie den gleichen Weg zurück. Bis dahin hatte ich die Mauerreste in einen zentralen Teil des Szenarios verwandelt und präsentierte den Spielern ein von den Keys of Death zerstörtes Kaer (OK, das mit den Keys wissen sie noch nicht  ). Da kamen sie aber noch nicht rein, aber der Troll hat durch eine Vision erfahren dass er irgendwann wieder hierher muss. Diabolisches Grinsen 

Sonst würde ich mich als relativ harten Meister bezeichnen, der Fehler von Spielern (recht) gnadenlos abstraft.
Z.B. wer nach zwei ausgelösten Fallen bei besagtem Kaer immer noch nicht nach Fallen sucht wird eben in noch mehr Fallen treten. Dazu sind Kaerfallen ja für Dämonen gedacht und deshalb für Namensgeber erst recht tödlich.
Aber dafür belohne ich die Spieler auch... (manchmal  )
Ich gebe mir sehr viel Mühe gute Stimmung aukommen zu lassen und biete ihnen schönes und spannendes Rollenspiel (... SL als Dienstleister  )
Ich lasse mir von den Spielern auch immer Feedback geben, um nicht zu fies zu werden und nehme Kritik von ihnen gerne an. Dadurch hat sich mein Spielleitertalent in einem knappen Jahr von "Newbie" auf (laut den Spielern) "echt klasse" verbessert.


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Der Obsidianer mit der 'ungewöhnlichen' Art mit Word umzugehen...
Albtraum
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #10 am: Samstag 31 Mai 2003, 13:49 » Antwort mit Zitat

Das mit dem kompletten Ausarbeiten hat bei uns einmal zum GAU geführt. Unser damaliger Meister hat einen klasse Dämonen-Plot ausgearbeitet und einen unserer Mitspieler befleckt. Der war damals noch kein guter Spieler und hats versaut. Der Meister war so gefrustet, dass er aufgehört hat und unsere Gruppe hat 2 Jahre nicht mehr gespielt Naja jetzt bin ich Meister und werde diesen Fehler sicher nicht machen.

Also Methoden: Jeder Spieler hat bei mir seinen persöhnlichen Nebenplot:[Spoiler] Mein Dieb z.B. hat einmal eine Rüstung aus elemetaren Wasser geklaut, keiner der anderen Spieler wusste etwas davon. Ihre Gesichter im Kampf als eigentlich ein Direkttreffer fällig war und er keinen abbekam waren einfach göttlich.
Die Spieler deren Plot geheim ist bekommen dann von mir einen Zettel oder wir verlassen den Raum um den Plot zu besprechen. Bei den Anderen wird er in der Runde besprochen.

Was wir auch sehr gerne mögen ist wenn wir ein Abenteuer aus zwei Sichtwinkeln spielen. Einmal spielen sie es mit ihren normalen Helden und einmal mit anderen Chars die von mir ausgearbeitet wurden. Dies hat einige Vorteile:
1. Es macht den Spieler richtig Spaß mal einen anderen Char zu spielen.
2. Die Spieler lernen andere Rassen und Disziplinen kennen und spielen, das führt zu einem tiefern Verständnis der ED-Welt.
3. Die Spieler merken, dass ihre Handlungen Auswirkungen auf die Welt haben.
4. Ihre Legenden verknüpfen sich mit denen anderer Gruppen.

Die Gefahr dabei ist allerdings, dass die Spieler das nicht ernst nehmen. Bei mir hat es aber bisher immer geklappt. Außerdem ist es für die Spieler ziemlich cool ihre eigenen Legenden zu hören wenn ihre Chars nicht anwesend sind.

Bei PtW der Tod des Königs habe ich einmal mit Rückblenden gearbeiten. Mehrer Runner haben eine alte Höhle erforscht (Throal) und dann einen Geist beschworen (mein Zwergenkrieger) und der hat ihnen dann die Geschichte über Varulus Tod "erzählt".
Die Spieler haben dann das Abenteuer gespielt und ich habe dann immer wieder ind SR-Welt um geblendet und die Geschichte dort ein bißchen vorangetrieben. Das hat den Spieler die Wichtigkeit des Plots nahe gelegt.
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Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #11 am: Samstag 31 Mai 2003, 14:10 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Albtraum am Samstag 31 Mai 2003, 13:49   
Unser damaliger Meister hat einen klasse Dämonen-Plot ausgearbeitet und einen unserer Mitspieler befleckt. Der war damals noch kein guter Spieler und hats versaut.
Versaut? Wie denn das?


Bluerps
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Most Erudite Scholar und Threefold Slayer of Ataxia des Exalted Boards
Bekennender Powergamer und Wahrer Rollenspieler!
Albtraum
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #12 am: Samstag 31 Mai 2003, 14:22 » Antwort mit Zitat

Nun das war so: Der Spieler war der standart Krieger schweigsam, ruhig usw. Er hat es einfach nicht geschnallt wie man so etwas wie die Befleckung richtig spielt oder was unser Meister dafür hielt.
Naja ich war auch nicht ganz unschuldig ich bin als Scout vorangelaufen und habe wirklich nicht mit Fallen gerechnet und so weiter und so weiter. Das war die besch... Spielsitzung allerzeiten. Wir haben jeden Fehler gemacht den man machen kann und dieser Meister war der Oberausarbeiter er war nicht besonders flexibel deswegen hat er sich da voll rein gestress und hat uns aus der ED-Welt verbannt. Ich versuche eher mein Spieler die Fehler zuverzeihen und ihnen zur Not eine Hilfestellung zu geben.
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Lochost

Man soll Denken lehren, nicht Gedachtes

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Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #13 am: Mittwoch 04 Juni 2003, 09:42 » Antwort mit Zitat

Meine Art des Meisterns so wie ich selbst sie sehe (was nichts heißen mag):
Meine Spieler sind Namensgeber. Namensgeber tun nie das was man ihnen sagt, sondern gehen ihren eigenen Weg. Ich denke mir mehrere Möglichkeiten aus und erstelle dazu etwas.
Gehen sie in die eine Richtung - Gut. Gehen sie in die andere Richtung - Gut. Gehen sie in eine offensichtliche Falle - Nicht mein Problem.

Ich lasse meine Spieler nicht gerne sterben. Es sei denn sie machen wirklich bescheuerte Sachen. Vorbereitung ist bei mir auch alles. Ich male Karten und Drucke ihnen Briefe, Zeichnungen ggf. aus.
Machen sie was anderes, mach ich auch was anderes.

Namensgeber sind Lebewesen die ihren eigenen Kopf haben. Als Meister ist es nicht meine Aufgabe ihnen zu sagen was sie tun und lassen sollen, sondern darauf zu reagieren was immer sie auch tun.

Ich bin die Welt und zeige mich den Namensgebern so wie sie mich sehen.
Klar versuche ich ihnen einen Plot zu geben. Ich weiß aber ungefähr was die Namensgeber sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen müssen um etwas bestimmtes zu tun. Daher gebe ich ihnen die Informationen die für das von mir erdachte Abenteuer wichtig sind.

Wenn sie die Hinweise richtig deuten, danach Handeln und sich nicht wie Ignoranten anstellen, dann gelingt das Abenteuer. Wenn sie meinen das sie dazu keine Lust haben, muss ich mir was anderes ausdenken.

Der Spielleiter ist ein Dienstleister dessen Aufgabe es ist den Spielern eine Welt zu zeigen in der sie Leben. Sie sollten sich hineinversetzen können. Mit ihren Augen sehen was die Chars sehen.
Was passiert ist m.E. nebensächlich.
Das Wichtige ist der Spass am Spiel. Und den habe ich wenn die anderen auch Spass haben.

Gruß
König
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Wahrer der Legenden
Lochosts Hallen der Freiheit erwarten euch
Einen schönen Tageszyklus, Bürger
Mestoph
Gast
Re:Wie seid Ihr als Spielleiter?
« Antwort #14 am: Mittwoch 04 Juni 2003, 16:07 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Varagan_ma_Medari am Dienstag 27 Mai 2003, 13:01   

@ Mestoph:
Achso. Es erschien mir jedenfalls so. Allein schon das Diagram. Ich würd nie auf den Bolzen kommen eines zu erstellen.
Das Diagramm kann man aber universell einsetzen. Und es bietet den Vorteil, dass man schnell sehen kann, wo man gerade im Spiel ist.
Ein Blick und man sieht... "Ups, Zeit fürs Intermezzo", blickt in die Runde und bewertet, ob wirklich eines nötig ist, oder ob die Spieler grade fasziniert an einer Stelle sind, und ein Intermezzo nur stören kann...

Zitat:

Wenn Du die Zeit hättest, würdest Du dann "akribische" Ausarbeitungen vornehmen oder weiterhin an der Vorgehensweise festhalten?
Ich würde meine NSC's wohl detaillierter ausarbeiten.
Mit dem Rest bin ich meistens zufrieden.

Zitat:

Ich denke mal, dass Du auch nicht jedes Abenteuer ich sag mal perfekt machst.

Zitat:

Nein, es gibt einen Standard und einen "gehobenen Standard" und eigentlich auch noch einen "flüchtigen Standard".
Wenn ich Zeit und Ideen habe, leiste ich mir den gehobenen Standard.
Wenn ich überfallen werde und eine Horde Spieler vor der Zugbrücke lagern und "Wir woll'n spieln!" schreien, dann gibt es nur den flüchtigen Standard.
Und natürlich gehen auch mal Abenteuer schief.
Oft von den Spielern, aber auch dadurch, dass ich die Zeit falsch einschätze oder zu wenig Intermezzos einbaue. Ich tendiere eher dazu, zuwenig Unterbrechungen einzubauen, als zu viel...

Zitat:

Es gibt mit Sicherheit einige Szenarios, die dir mehr bedeuten und Du sie daher mit größerem "Eifer" ausarbeitest. Oder?
Klar...
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