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   Autor  Thema: FdA5: Die Passion Tod (Gelesen 1846 mal)
Jhary-a-Conel

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FdA5: Die Passion Tod
« am: Donnerstag 31 Juli 2008, 18:25 » Antwort mit Zitat

Hallo FdA-Team,,

Der gute Chronist hat mir berichtet, dass der FdA 5 in Planung ist. Ich finde es super, dass Ihr das FdA-Projekt immer noch mit soviel Engagement betreibt. Ich habe mir alle bisherigen Ausgaben ausdrucken und binden lassen und sie haben einen besonderen Platz neben den uebrigen Buechern in meiner Rollenspielsammlung.

Auch schoen, dass aus dem FdA fuer die Passionen tatsaechlich etwas wird! Mich hat oft die Spielbarkeit (oder der Sinn) mancher Questorenkraefte gestoert. Und mehr Hintergrundinformationen zu Questoren, Passionen und sonstigen Dingen, die damit zusammenhaengen, waeren super!

Chronist fragte mich in einer Mail, was wir zu den Passionen und zu Tod und seiner Befreiuung ausgearbeitet haben. Wir haben einiges in die Richtung gemacht (das muss so sechs, sieben Jahre her sein). Ich greife einfach mal ein paar Punkte auf:

1. Yup, wir hatten quasi für jeden Questor eine Art Disziplin gebastelt. Es gab, mein ich, auf jeder Stufe ein oder zwei Questorenkräfte. Nur der Entwurf zum Questor Todes steht auf der Internetsite (da steht übrigens auch, warum nach der Befreiung Todes die Questoren mehr Kräfte erhalten). Die anderen sind irgendwo in den  Tiefen meines Rollenspielschranks als Bleistiftskizzen vergraben. Hatten aber alle bis auf drei oder vier und die wahnsinnigen durchdesignt. Allerdings hatten wir eher vom Effekt her entschieden, was die Kräfte bewirken sollen, ohne das jetzt ganz exakt spieltechnisch mit Werten, Schwierigkeitsgraden etc. festzulegen. Das muesste noch ausgearbeitet werden. Ich wuerde Euch diese Materialien sofort einscannen und zur Verfuegung stellen (ich denke, sie taugen wenigstens als Inspiration), allerdings bin ich gerade in den U.S.A. und komme erst im Dezember wieder zurueck. Meine Rollenspielsachen sind ganz (wirklich ganz weit) hinten im Keller meiner Eltern in einem Umzugskarton vergraben. Daher ist es wohl nicht moeglich da ranzukommen. Ich werde aber meinen Bruder fragen, es besteht die Moeglichkeit, dass er sich damals Kopien gezogen hat.

2. Ja, wir haben Tod befreit. Ich zitiere einfach mal, was ich vor einiger Zeit im Forum dazu geschrieben habe:

“In der Tat habe ich vor einigen Jahren auch eine Kampagne mit zwei Gruppen und zwei Leitern (mit-)gemeistert, die an der ein oder anderen Stelle von HPL inspiriert war und zudem die offiziellen Informationen bzgl. der 13. Passion, bzgl. der Hand of Corruption und bzgl. der Keys of Death verknüpft.

Das ging ungefähr so:
Die Geheimorganisation der „Hand of Corruption“ verfolgt ein spezielles Ziel: Sie glaubt, dass die Plage eine absichtlich von Natur und Universum herbeigeführte notwendige Umwälzung der bestehenden Welt darstellt. Aus der vernichteten und toten Welt entsteht ihrer Überzeugung nach neues prächtiges Leben und eine neue Welt, die wesentlich wertvoller und weiter sein wird als die bestehende.
Dementsprechend will die „Hand of Corruption“ den Untergang und die Vernichtung der Welt. Sie ist bereit dies mit allen Mitteln herbeizuführen. Vorzugsweise durch die Plage, da diese Geheimorganisation der Ansicht ist, die Dämonen seien das natürliche Mittel diese Umwälzung herbeizuführen.

Den schlauen Führern der „Hand of Corruption“ offenbarte sich jedoch nun ein neuer Weg, diese Umwälzung herbeizuführen:
Eine Erhöhung des Magieniveaus würde eine neue Welle von Dämonen in die Welt bringen, vielleicht sogar eine Folgeplage auslösen. Die „Hand of Corruption“ fand heraus, dass das Öffnen des ausbruchssichersten Gefängnisses Barsaives eine so enorme Menge an Magie freisetzen würde, dass sich das Magieniveau permanent erhöhen würde. Kurz gesagt, der Bruch der Fesseln, die die dreizehnte Passion, den Tod, in ihrem Gefängnis halten, würde diese Reaktion auslösen.
Tod war vor langer Zeit von den anderen zwölf anderen Passionen gemeinsam in sein Gefängnis im Todesmeer gesperrt worden. Um dieses Gefängnis zu sichern, zapften die Passionen die wahre magische Struktur Barsaives an, um die gewaltige Menge an magischer Energie zur Verfügung zu haben, die notwendig war, die wohl mächtigste Passion vor der Welt weg zu sperren.

Als Instrument für ihren Plan hat sich die „Hand of Corruption“ eine andere Geheimorganisation gewählt, die sie manipulierend benutzt, nämlich die „Schlüssel des Todes“. Diese Organisation will die Befreiung Todes aus seinem Gefängnis und die Einsetzung als 13. Passion. Insoweit decken sich die Ziele der Schlüssel und der Hand.

Der oberste Nihilist der „Hand of Corruption“, Eyripemes, ein 500 Jahre alter, nahezu allweiser Magier und Philosoph, in dessen Adern auch das Blut eines Drachen (Kohlengrien) fließt, ist sich allerdings nicht hundertprozentig sicher, dass diese Methode in jedem Falle zum gewollten Erfolg führt. Er hat Zweifel.
Der Nihilist steht nun vor folgendem Problem, das er in langer inner-intellektueller Auseinandersetzung festgestellt hat:
Durch die Gefangensetzung des Todes schwächten die Passionen sich und die Weltordnung. Würde Tod befreit, würde neben der Erhöhung des Magieniveaus auch die Weltordnung stabiler werden und die Passionen stärker denn je. Mit dieser neuen Stärke wäre es den wahnsinnigen Passionen möglich, den Einfluss der Dämonen eventuell abzuschütteln und gemeinsam, vielleicht auch im Pakt mit einer starken 13. Passion, die Dämonen zu bekämpfen. Die „Hand of Corruption“ wäre damit weiter denn je von ihrem Ziel, Chaos und Weltuntergang entfernt, weil letztlich die Kräfte der Ordnung stärker würden
Damit ist der einst meisterhafte Plan der Hand zu einem gefährlichen Roulettespiel geworden. Der Nihilist kann sich aber zu keiner Meinung durchringen und entscheidet sich schließlich auf den Zufall zu setzen und andere entscheiden zu lassen, die er für fähig hält: natürlich trifft das Los die Spieler.

Für die Spieler begann alles damit, dass eine Gruppe ein wenig die Machenschaften und Motive der Keys of Death aufdeckte (spaeter wurden die Gruppen fuer einen Teil zusammengefuehrt, dann wieder getrennt), während die andere Gruppe von den Unverzeihlichen in Parlainth angeheuert wurde. Dabei gings dann insb. darum, Eyripimes, den "Liebhaber" der Drachin Kohlengrien zu finden. Dabei mussten die Spieler mithilfe von diversen magischen Gerätschaften in die Niederwelt reisen, in die Parlainth mitsamt besagtem Eyripimes versetzt worden war. Dort stießen sie u.a. auf zwei eingeborene Rassen, von denen eine den schönen Namen Yog-Sototh trägt...
Die Spieler finden dann aber heraus, dass Eyripimes bzw. die noch lebenden Bewohner von Parlainth nicht mehr in dieser Niederwelt weilen, sondern über ein Portal nach Barsaive in die Nebelsümpfe gereist sind.
Dort begannen Eyripimes und seine Gefolgsleute (inzwischen die „Hand of Corruption“) unter seiner geistigen Führung auf das Ende der Welt hinzuarbeiten, um die Plage künstlich wiederherbeizuführen - was er (in einem langen, hier zu weit führenden innergeistigen Diskurs) für das Beste für die Welt und Barsaive hält. Die Spieler folgten ihm schließlich dort hin. Er weiht sie in seine Gedanken ein und setzt sie als Schicksalsinstrument ein.

Soweit, sogut... Eyripimes, der Philosoph, überließ also im weiteren Geschehen den Spielern den Entscheid, ob die bisherigen Maßnahmen der Schlüssel des Todes und der Hand of Corruption Früchte tragen sollte, so dass Tod befreit würde.
Ich hatte damals das Abenteuer unter der Prämisse gestrickt, dass die Charaktere die Befreiuung Todes verhindern würde: Aber so kann man sich als Spielleiter irren...

Einige Teile des Abenteuers, jedenfalls die Hintergrundgeschichte, kann auf den Seiten der Schwarzen Schar gefunden warden (Unter Legenden, Am Abgrund des Todes).

Wir hatten zu diesem Abenteuer auch eine Folgeabenteuer, in dem die Charaktere mit den Auswuechsen von Folgeplagen zu kaempfen hatten (habe dort diverse offizielle Plots eingearbeitet), Stichworte: ein durch das erhoehte Mananiveau nach Barsaive gerufenes Horoi, die Legende von Aras Nehem, der benannten  Daemon Ristul, die wahnsinnigen Passionen & Urupa).  Zu finden unter Legenden, Toedliche Folgen.

3. Auf unserer Homepage habe ich auch den Hintergrund um Tods Befreiuung kurz zusammengefasst. Anknuepfend an die Tatsache, dass Passionen und ihre Macht nun eine groessere Rolle spielten in unserem ED, habe wir uns ein paar weitere Dinge ausgedacht: Wir haben z.B. Kategorien fuer Diener der Passionen eingefuehrt und die Spieltechnik teilweise veraendert:
a. Kinder der Passionen (Kind aus Verbindung einer Passion in Namensgeberform mit Namensgeber – wie z.B. der Mondkind, ein NSC, ueber den Imiak oder Bluerps so einiges erzaehlen koennten; auch Chronist hat ihn schon verwendet).
b. Auserwählte der Passionen (Die Auserwählten der Passionen sind Namensgeber, die von jetzt auf gleich zu sehr mächtigen Questoren werden, ohne zuvor Questor gewesen sein zu müssen, meist um einen besonders wichtige Queste im Sinne der Passion zu meistern – in meiner Kampagne war z.B. die Orkin Cratis Gron eine solche Auserwaehlte, ihre Queste: Aufbau des Reiches Cara Fahd im Sinne Upandals)
c. Avatari (Avatare sind Manifestationen der reinen Form und Macht der Passionen in Namensgebern.
Eine Passion hat stets einen Avatar, wenn auch immer nur einen einzigen. Stirbt ein Avatar auf irgendeine Weise oder wird für die Zwecke der Passion unbrauchbar, geht die Inkarnation der Passion auf einen anderen Namensgeber über)
d. Harbinger (Boten der Passionen – Werte erheblich verbessert)
e. Questoren (ansatzweise wie Disziplinen ausgearbeitet)

4. All das, was ich oben angefuehrt habe, sind natuerlich recht unausgegorene Ideen (zumindest, wenn man sie im FdA publizieren will). Falls Ihr etwas davon aufgreifen wollt, Euch Teile gut gefallen und in das Konzept passen, wie Ihr Passionen und Questoren im neuen FdA beschreiben wollt, dann helfe ich gerne. Ich bin zwar derzeit zeitlich etwas eingeschraenkt, will aber gerne das ein oder andere ueberarbeiten (auch mit einem von Euch gemeinsam, wenn gewuenscht) oder etwas neu schreiben. Lasst mich einfach wissen, wie Euch diese Ideen gefallen. Ich werde auch Imiak und Bluerps in diesen Forenteil holen, sie koennen mit ihren Erfahrungen aus Spielersicht sicher noch das ein oder andere beitragen.

5. Eine letzte Sache noch: Ich habe vor ewiger Zeit (als Jungspund) eine Legende geschrieben, wie die Passionen und die Element(ar)e die Welt geschaffen haben. Vielleicht habt ihr ja Lust sie zu lessen (http://www.conel.de/dieschwarzeschar/inhalte/pdfs/werden_der_welt.pdf). Falls sie Euch gefaellt - Ich wuerde sie ueberarbeiten und sprachlich etwas ausbessern. Aber ich denke, die koennte gut in den neuen FdA passen und ich wuerde sie gerne  (in der extra fuer den FdA ueberarbeiteten Version) beisteuern.


So, meine ersten Gedanken,
liebe Gruesse aus Portland,
Jhary
« Letzte Änderung: Montag 22 Juni 2009, 11:03 von Sushy » Gespeichert

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FdA5: Die Passion
« Antwort #1 am: Sonntag 03 August 2008, 12:56 » Antwort mit Zitat

@Jhary-a-Conel

Die Idee mit dem Tod und der Befreiung und so find ich super. Ich fände es schön, wenn du die Ideen die Ihr hattet zu einem Text zur 13. Passion packen könntest.
Ich mein an der Stelle, das man die verschiedenen Theorien was passieren könnte (neue Plage, Passionen stärken und Dämonen vertreiben) Ingame darstellt und dabei etwas über den Tod berichtet.

Man könnte auch wunderbar die beiden Gesellschaften etwas ausarbeiten und dazu stellen. Ich kann auch noch 2 weitere Gesellschaften für mein Abenteuer dazu packen (Garlen/Raggok).

Also nicht die Befreiung der Passion an sich, sondern die Geschichte und Ideen dazu. Auch die Idee das es besondere Personen gibt, die von den Passionen berührt wurden find ich gut. Da sollte man was machen.

Dann könnte man ein paar Abenteuer Ideen und Plots bei packen.
« Letzte Änderung: Montag 04 August 2008, 11:08 von Sushy » Gespeichert

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FdA5: Die Passion
« Antwort #2 am: Dienstag 05 August 2008, 00:45 » Antwort mit Zitat

Guten Tag,


Zitat von: Wicket Warwick am Samstag 02 August 2008, 10:51   

würde ich auf jeden fall offen halten und eher verschiedene versionen sammeln, die vielleicht auch von der "kultur"" abhängen..
Ja, das kann man natuerlich offen lassen (ich weiss ja, dass meine Meinung die richtige ist...).


Zitat von: Sushy am Sonntag 03 August 2008, 12:56   
Die Idee mit dem Tod und der Befreiung und so find ich super. Ich fände es schön, wenn du die Ideen die Ihr hattet zu einem Text zur 13. Passion packen könntest. Ich mein an der Stelle, das man die verschiedenen Theorien was passieren könnte (neue Plage, Passionen stärken und Dämonen vertreiben) Ingame darstellt und dabei etwas über den Tod berichtet.
Ja, klingt gut. Habe da schon einen Aufhaenger:


Zitat:
…liebe Kollegen! So lassen sie mich doch bitte meine Ausführung zu Ende bringen! Sollte die 13. Passion, der Tod, jemals befreit werden, würde es eine Umwälzung der Welt wie wir sie jetzt kennen geben. Die Passionen, die den Legenden nach vor langer Zeit durch einen Trick Vestrials gemeinsam den Tod unter dem Todesmeer einschlossen gaben einen nicht geringen Teil ihrer Kraft auf, um die Macht zu haben, Tod einzusperren. Natürlich manifestiert sich diese Kraft in magischen Energien. Wenn nun, nur einmal angenommen und rein hypothetisch, liebe Kollegen, Tod befreit würde, würden die Passionen ihre investierte Macht zurückerhalten und durch ihre Präsenz somit eine Erhöhung des allgemeinen magischen Niveaus in diesem Teil der Welt auslösen. Dies wiederum würde möglicherweise eine Folgeplage ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen und den Dämonen Tür und Tor öffnen, wieder leichter in diese Welt zu kommen. Meine Herren, werfen sie doch keine Tomaten, ich halte diese These für wissenschaftlich nahezu einwandfrei. Nein, bitte, ich…
Lunbeit Vorgriff, (bis zu zitierter Vorlesung) throalischer Philosoph und Professor für altertümliche Legenden und die Passionen an der Universität zu Throal, 1502


Gruss,
Jhary
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Re:FdA5: Die Passion Tod
« Antwort #3 am: Montag 22 Juni 2009, 11:04 » Antwort mit Zitat

Ich würde gerne mal hier nachfragen, ob und wie da ein evtl. Beitrag zu dem Tod kommt, voran geht oder ob wie wo man da und überhaupt...
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Re:FdA5: Die Passion Tod
« Antwort #4 am: Freitag 26 Juni 2009, 00:30 » Antwort mit Zitat

Der Tod ist doch keine Passion! Er ist viel mehr als das! Und ob er wirklich befreit werden muß, ich weiß nicht...

Ich habe euch mal eine kleine Geschichte geschrieben, die euch ein paar Einblicke in das Wesen von Leben und Tod geben. 
Wenn ihr diese Geschichte verwenden wollt, könnt ihr das gerne machen. Wenn nicht, dann nicht. So oder so viel Spaß beim Lesen!


Alles war fertig, sein Gast konnte eintreffen. Der Tod hatte die besten Sessel in seinem Reich vor dem Schachbrett aufgestellt und seine Diener fortgeschickt. Ungeduldig wartete er auf seinen ewigen Rivalen, gespannt, was die heutige Partie wohl bringen würde.
Es dauerte nicht lange, bis auch das Leben hier unten, am Rande des Reichs des Todes eintraf. Wie jedesmal versuchte es seinen Abscheu vor dem kalten, knochigen Tod zu verbergen, doch dieser kannte seinen Rivalen zu gut und zu lange, als daß ihm dies entgangen wäre. Das Leben war wie immer wechselhaft und undeutlich, mal männlich mal weiblich und wechselte beständig zwischen Namensgebern, Tieren und Pflanzen hin und her. Kurz, es stellte wie immer möglichst viele Aspekte seiner Existenz dar.
“Gut siehst du aus!“ begrüßte der Tod seinen Gast. Eine Ewigkeit des Trainings verbannte jeglichen Spott aus seiner Stimme.
“Du hast dich nicht verändert.“ stellte das Leben ausdruckslos fest und nahm Platz.
“Ah, ich sehe, du möchtest sofort zum Geschäft kommen!“ stellte der Tod erfreut fest und setzte sich gegenüber seines Gastes in den Sessel.

“Geschäft!“ sagte das Leben verächtlich. “Du hast immer noch keinen Respekt vor den armen Seelen, die hier auf dem Spiel stehen.“
“Du irrst dich. Ich schätze meine Gäste wirklich sehr. Es ist so aufschlußreich, was sie über dein Wesen berichten.“
“Du holst sie zu dir, nur um mich zu verstehen?“ fragte das Leben entrüstet. “Seit Äonen versuche ich dir schon mein Wesen zu erklären. Warum akzeptierst du nicht einfach, daß wir beide nebeneinander existieren und jeder seine Geheimnisse hat?“
“Ich höre doch so gerne ihre Geschichten. Außerdem, DU kannst doch unser nebeneinander noch weniger akzeptieren, so, wie du ständig um die Lebenden weinst.“
Fassunglos starrte das Leben seinen Gastgeber an. “Es sind meine Kinder!“
“Na und? Sieh sie dir doch an! Statt dich zu ehren, dienen sie zunehmend mir, töten einander aus den unbedeutendsten Gründen.“
“Es gibt noch mehr als genug, die mich ehrlich ehren.“ stellte das Leben zufrieden fest. “Deine Kinder hingegen...“
“Laß den Dunklen aus dem Spiel!“ unterbrach der Tod.
“Du hast ihn erschaffen! Ihn und seine dämonische Brut!“ klagte ihn das Leben an.
Der Tod seufzte. “Wie lange willst du mir das denn noch vorhalten? Habe ich mich nicht schon tausend und abertausendmal bei dir entschuldigt?“
“Die Erschaffung der Dämonen kann man nicht wirklich entschuldigen.“
“Wieviele Tote habe ich schon an den Dunklen und seine Brut verloren? Glaub mir, wenn ich könnte, würde ich diesen untreuen Mistkerl sofort hier unten in das tiefste und dunkelste Loch sperren, aber das kann ich nicht. Zumindest nicht ohne deine Hilfe und die deiner Kinder. Sobald ihre Zeit um ist, gehören sie mir, nicht ihm. Das ist unsere Vereinbarung. Aber ich möchte jetzt nicht länger in die alten Streitereien verfallen. Laß uns spielen. Wen setzt du?“

Stumm sammelte sich das Leben, dann nickte es. “Sechzehn arme Seelen, deren Zeit womöglich viel zu früh abläuft.“ Mit diesen Worten strich es über die weißen Spielfiguren, die daraufhin Gesichter von Namensgebern bildeten.
Interessiert studierte der Tod die Gesichter. Etwas enttäuscht sagte er dann: “Nicht sehr eindrucksvoll. Sie sind nicht gerade bedeutende Persönlichkeiten in deiner Welt.“
“Du hast sie dir nicht richtig angesehen.“ antwortete das Leben und deutete auf den weißen König. “Ich weiß doch, wie sehr du es auf IHN abgesehen hast. Dies ist deine Chance.“
“Einauge!“ stellte der Tod erfreut fest. “du lieferst mir Garlthik Einauge aus? Einfach so? Ich gewinne und er ist mein?“
“So sind die Regeln. Er hat lange gelebt. Wenn du siegst, gehört er dir und seine Tricks helfen ihm nicht länger. Wen stellst du auf?“
“Einige deiner untreuesten Kinder. Alles Mörder, Schurken und Politiker. Jeder hat mir treu gedient und mir zahlreiche neue Gäste beschert.“
Mit diesen Worten strich der Tod über seine schwarzen Spielfiguren und auch diese nahmen die Gesichter von Namensgebern an.
“Akzeptabel.“ antwortete das Leben und das Spiel begann.
Zug um Zug spielten beide schweigend. Das Leben litt mit jeder Seele, die in das Reich des Todes wanderte, selbst bei den Figuren des Todes, während dieser sich gierig immer näher an den weißen König heranarbeitete.

Schließlich sagte das Leben: “Ich hörte, du hattest kürzlich Gäste hier unten. Lebende, die du wieder gehen gelassen hast.“
“Ja, hin und wieder verirrt sich jemand durch die Höhlen hier her. An manchen Orten ist die Verbindung zwischen unseren Reichen sehr dünn.“ antwortete der Tod und schlug mit seinem Pferd einen gegnerischen Bauern vom Brett.
Irgendwo in Barsaive bockte ein Pferd und schlug aus. Als der Bauer zu dem Tier lief, um es zu beruhigen, wurde er von den Hufen tödlich getroffen.
“Und du hast ihnen dieselben Halbwahrheiten erzählt, wie immer, du alter Aufschneider.“ sagte das Leben, während der weiße Läufer das marodierende Pferd vom Brett schlug.
Der Tod hatte bereits seine knochige Hand in Richtung Brett wandern lassen und zog diese nun erschrocken zurück. “Wie bitte? Welche Halbwahrheiten?“
Das Leben lächelte. “Nun, zum Beispiel den Grund deines Exils hier unten.“
“Was meinst du? Ich habe ihnen die Wahrheit gesagt. Ich bin freiwillig hier unten. Zu Studienzwecken. Ich kann jederzeit hier heraus. Diese Legende, ich sei unter dem Todesmeer eingesperrt ist eben das – nur eine Legende. Ich erhalte lediglich deinen Kindern die Illusion, sie seien sicher vor mir. Und natürlich dieses wunderbare Meer über uns.“
Ein Bauer schlug den Läufer vom Brett. Im fernen Vasgothia geriet ein theranischer Bote in einen Hinterhalt. Dutzende Bauern rissen ihn von seinem Pferd und schlugen solange auf ihn ein, bis das Leben aus seinem Körper gewichen war.

“Das meine ich mit Halbwahrheiten. Du weißt nur zu gut, daß dich die Macht dieser Legende hier unten bindet.“
“Du übertreibst. Deine Ältesten, die Passionen, sind gar nicht mächtig genug, mich – oder auch dich - einzusperren und diese Legende ist doch nur albern. Sterben nicht noch immer Namensgeber, Tiere und Pflanzen? Also kann ich doch wohl auch hier heraus!“
Das Leben schüttelte amüsiert den Kopf. “Wenn das so ist, warum spielen wir die nächste Partie nicht bei mir? Immer muß ich zu dir reisen!“
“Nein das geht nicht. Ich kann hier nicht weg.“ antwortete der Tod.
“Ah! Also doch...?“
“Nicht doch!“ sagte der Tod spöttisch. “Ich kann hier nicht weg, weil ich hier unten Ordnung halten muß. Die Toten sind so furchtbar undiszipliniert. Kaum bin ich aus der Tür, lasen sie ihre Arbeit schleifen.“
“Denkst du, die Lebenden sind disziplinierter? Dem ist nicht so. Wenn ich nicht über sie wache, sterben sie mir einfach weg.“
“Oh, das wüßte ich aber.“ sagte der Tod grinsend. “Und ich würde dich natürlich sofort informieren.“
“Zu freundlich.“ entgegenete das Leben bissig. Ein weißer Bauer schlug den Läufer des Todes vom Brett. In Travar wurde ein berüchtigter Auftragsmörder von den Wachen seines nächsten Ziels überwältigt und getötet.
Sofort schlug der Tod mit seiner Dame jenen Bauern vom Brett, was am Hofe einer Königin das Todesurteil für einen einfachen Diener bedeutete.
“Schach dem König!“ sagte der Tod erfreut. “Diesmal habe ich dich Einauge.“

Das Leben begutachtete das Schachbrett kritisch. Die Lage war hoffnungslos. In zwei oder drei Zügen würde der Tod gesiegt haben.
In diesem Moment kamen aufgeregte Rufe aus einem der Gänge, die den Tod ablenkten. Gleichzeitig sah das Leben, wie von der anderen Seite eine schattenhafte Gestalt sich dem Brett näherte. Das Leben sah in die Richtung der Rufe, während Einauge den weißen König vom Brett stahl und durch eine andere Figur ersetzte. Als sich der Tod wieder dem Brett zuwandte, war der alte Ork wieder verschwunden.
Der Tod machte seinen letzten Spielzug. “Schach matt für Einauge!“ rief er triumphierend.
Erst dann bemerkte er die ausgetauschte Spielfigur. “Nein! Das ist nicht wahr! Er hat mich schon wieder ausgetrickst!“ fluchte er fassungslos.

“Das Spiel ist vorbei und du hast einen guten Ersatz bekommen.“ antwortete das Leben.
“Guter Ersatz?“ spie der Tod förmlich aus. “Ich will Einauge! Er ist schon lange überfällig! Warum schützt du ihn immer?“
“Aber das mache ich doch gar nicht.“ sagte das Leben tröstend. “Er ist nur sehr gewitzt.“
“Er ist ein einfacher Namensgeber!“ rief der Tod.
“Tröste dich doch einfach mit dem Gedanken an die wunderbare, lange Geschichte, die er dir schreiben wird, wenn er schließlich doch zu dir kommt. War dies nicht der Grund für die langlebigen Rassen? Die langen Geschichten der Elfen, die so bewandert in den dichterischen Künsten sind, die kurzen und lebhaften Geschichten von den Orks und Trollen, die in wenigen Jahren intensiver leben, als alle anderen Namensgeber?“

Langsam beruhigte sich der Tod wieder. “Die Geschichte sollte dann aber wirklich gut werden!“ sagte er mißmutig. Schließlich hellte sich seine Miene wieder auf, als er ein weiteres Mal auf das für ihn siegreiche Brett sah.
“Du entschuldigst mich? Ich muß mich um ein paar Neuankömmlinge kümmern.“ sagte er.
“Aber natürlich.“ antwortete das Leben. “Ich habe noch eine Partie gegen den Dunklen. Einige Abenteurer versuchen seine Kinder zu vernichten.“
“Alles Gute!“ wünschte der Tod. Als das Leben den Ausgang fast erreicht hatte, fragte er noch einmal: “Stört es dich gar nicht, daß ich in unseren Spielen immer neue Gäste gewinne? Selbst wenn ich das Spiel verliere? Selbst jene, die ich selbst aufstelle?“
“Dies ist eines der Geheimnisse, die du so dringend hier unten von deinen Gästen erfahren möchtest.“ antwortete das Leben lächelnd und ging. “Sag mir, wenn du die Antwort gefunden hast!“
« Letzte Änderung: Freitag 26 Juni 2009, 00:39 von Gorro » Gespeichert

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Re:FdA5: Die Passion Tod
« Antwort #5 am: Freitag 26 Juni 2009, 17:39 » Antwort mit Zitat

Klasse Geschichte, nicht nur inhaltlich auch stylisch gefällt sie mir sehr gut. Und endlich mal ne Erklärung, warum der olle Garlthik immer noch in Kratas rumstromert <grinst>

Sag mal, gibts noch mehr solcher Geschichten, wo diese hier herkommt <neugierig kuck>?
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Gorro

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Re:FdA5: Die Passion Tod
« Antwort #6 am: Freitag 26 Juni 2009, 19:33 » Antwort mit Zitat


Zitat von: Peshewa am Freitag 26 Juni 2009, 17:39   

Klasse Geschichte, nicht nur inhaltlich auch stylisch gefällt sie mir sehr gut. Und endlich mal ne Erklärung, warum der olle Garlthik immer noch in Kratas rumstromert <grinst>
Freut mich, daß es dir gefällt.


Zitat:
Sag mal, gibts noch mehr solcher Geschichten, wo diese hier herkommt <neugierig kuck>?
Ich schreibe immer wieder kleinere und größere Geschichten zu den Kampagnen, die ich leite. Diese hier habe ich gestern Abend umgeschrieben. Gut, eigentlich neu geschrieben, denn von der Original-Geschichte ist im Grunde nur noch die Grundidee übrig geblieben.
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Re:FdA5: Die Passion Tod
« Antwort #7 am: Freitag 26 Juni 2009, 20:43 » Antwort mit Zitat

Das erinnert mich ein wenig an das Point&Click-Spiel "The Book of Unwritten Tales". Die Aktionen zwischen dem Tod und dem Spielercharakter sind sehr witzig. Der Tod ist arbeitslos, weil man in dieser Art von Spiel nicht sterben kann, ihm ist langweilig und er kann ins Buch des Todes nicht irgendwelche Namen reinschreiben, weil die Buchprüfer jedes Jahr das Buch überprüfen. Kann ich nicht erklären. Einfach genial. Müsst ihr euch auch mal zulegen!
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